Grundsätzliche technische Variante

Die Landesregierung hat die grundsätzliche technische Machbarkeit eines Inselhafens, die Vereinbarkeit des Vorhabens mit dem Natur-/Landschaftsschutz und dem Küstenschutz sowie die zu erwarten-den Kosten im Rahmen einer Machbarkeits-/Variantenuntersuchung untersuchen lassen. Wie jeder Hafen ist auch die in der Untersuchung vorgeschlagene Vorzugsvariante ein Kompromiss zwischen den verschiedenen Anforderungen, den Auswirkungen auf die Umwelt und den Kosten.

Da der Hafen u.a. als Liegeplatz für den Seenotrettungskreuzer dienen soll, wurden die Anforderungen an den Inselhafen in Abstimmung mit der Zentrale der DGzRS festgelegt. Wichtige Grundlage für die funktionelle technische Variante ist die Festlegung, dass der Seenotrettungskreuzer bei Eintritt von seltenen Ereignissen von einem anderen Standort aus operieren kann (angestrebte Nutzungszeit des Inselhafens: 350 Tage/Jahr). Anforderungen an die Notliegeplätze für Sportboote wurden auf Grundlage von Erfahrungen mit bereits realisierten Sportboothäfen definiert.

Ein Ziel bei der Errichtung des Inselhafens ist die Minimierung der Auswirkungen auf die natürlichen Sedimenttransportverhältnisse. Da die Wirkung von Inselhäfen auf Sedimenttransportprozesse von der Entfernung des Hafens vom Strand und der uferparallelen Breite des Hafens abhängig ist, wurde im Rahmen der Machbarkeits-/Variantenuntersuchung ein Verhältnis gewählt, das geringe/keine Beeinflussung der Sedimenttransportprozesse durch den Inselhafen erwarten lässt.
Die Ergebnisse sollen durch numerische Untersuchungen zu möglichen Auswirkungen des Hafens auf die Sedimenttransportprozesse und die Küstenentwicklung weiter qualifiziert werden.

Unter Berücksichtigung dieser Grundlagen wurde im Ergebnis der Machbarkeits-/Variantenuntersuchung eine technische Variante am Standort Prerow empfohlen, die wie folgt beschrieben werden kann:

  • Errichtung eines Inselhafens in einer Entfernung von 450 m von der Uferlinie
  • Abmessungen des Hafens ca. 125 x 90 m
  • Herstellung der Hafenschutzbauwerke als geschütteter Wellenbrecher aus Natursteinen mit einer Höhe von ca. 3,0 m über Mittelwasserstand
  • Einrichtung von Liegeplätzen für folgende Nutzungen:
    • Seenotrettung, maritime Notfallversorgung (Liegeplatz für Seenotrettungskreuzer und Havaristen)
    • Fischer (ca. 6 Liegeplätze)
    • „Nothafen“ (ca. 10 bis13 Liegeplätze)
  • Schaffung von Ver-/Entsorgungseinrichtungen und sanitären Anlagen im Hafenbereich
  • Schaffung eines Landeplatzes für einen kleinen Rettungshubschrauber
  • landseitige Anbindung des Inselhafens unter Nutzung der bestehenden Seebrücke, d.h. Verlängerung der bestehenden Seebrücke um ca. 135 m bis zum Inselhafen (Höhe der geplanten Seebrückenverlängerung 4,50 m ü. NHN)
  • Erneuerung/Verstärkung des Belages auf der gesamten Seebrücke für Fahrzeugverkehr (Rettungsfahrzeug)

Die Seebrücke wäre nach der geplanten Verlängerung ca. 530 m lang (inkl. Hafen > 600 m) und vor Prerow würde somit die derzeit längste Seebrücke im Ostseeraum entstehen. Die Seebrücke soll in ihrer gesamten Länge für die öffentliche Nutzung durch Fußgänger nutzbar sein. Der Blick von der Seebrücke auf die Ostsee wird durch die Wellenbrecher des Hafens nicht eingeschränkt. Derzeit ist nicht vorgesehen, die Wellenbrecher begehbar zu gestalten (keine Mole).

Die Ergebnisse der Machbarkeits-/Variantenuntersuchung sind als erste technische Variante zu verstehen, die im Rahmen der Vor- und Entwurfsplanung optimiert werden soll. Dabei sollen insbesondere die Anforderungen der Gemeinde an den Hafen, an die weitergehende Nutzung der Seebrücke und die gewünschte touristische Entwicklung berücksichtigt werden.

Auch Fragen zur landseitigen Verkehrserschließung sollen im Rahmen der Vor-/Entwurfsplanung genauer untersucht werden. Es wird davon ausgegangen, dass der durch den Inselhafen verursachte Fahrzeugverkehr zur Seebrücke sehr gering ist (Rettungstransportwagen, Fischer). Der konkrete Untersuchungsbedarf soll nach Kenntnis aller Hafennutzungen in Zusammenarbeit mit der Gemeinde erarbeitet werden. Ein Bedarf für größere Parkflächen wird nicht gesehen.

Im Rahmen der weiteren Planungen soll untersucht werden, welche weiteren Nutzungen in den Entwurf integriert werden können. Die Gemeinde Prerow hat beispielsweise bereits die Prüfung von Möglichkeiten zur Anlage eines saisonalen Liegeplatzes für ein Fahrgastschiff und zur Schaffung weiterer Sportbootliegeplätze bzw. Angelboote angeregt. Auch ein Liegeplatz für ein Boot der DLRG soll im Entwurf berücksichtigt werden.
Die Landesregierung unterstützt die Integration von touristischer Infrastruktur in den Entwurf ausdrücklich. Allerdings können Maßnahmen zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur nur in Trägerschaft der Gemeinde Prerow durchgeführt werden.
Liegeplätze für die Offshore-Industrie bzw. die Versorgung von Offshore-Anlagen sollen nicht geschaffen werden.

In den folgenden Abbildungen ist die grundsätzliche technische Variante dargestellt (in der Machbarkeits-/Variantenuntersuchung empfohlene Vorzugsvariante). Visualisierungen finden Sie hier.

Abb. 2: Vorzugsvariante: Lageplan;
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Abb. 3: Vorzugsvariante: Draufsicht;
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Abb. 4: Vorzugsvariante: Querschnitt durch den Wellenbrecher;
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