Zielsetzung

Die Landesregierung hat die Realisierbarkeit von vergleichsweise kleinen Inselhäfen nahe der Seebrücken vor Prerow oder Zingst mit einer Machbarkeits-/Variantenuntersuchung untersuchen lassen. Die Ergebnisse der Machbarkeits-/Variantenuntersuchung zeigen, dass der unter Veranlassung beschriebene Zielkonflikt mit einem kleinen Inselhafen gelöst werden kann. Die Ziele des Vorhabens sind:

  • die Seenotrettung und maritime Notfallversorgung im Seegebiet mit kurzen Reaktionszeiten sicherstellen,
  • einen Nothafen, ggf. mit einer eingeschränkten Etappenfunktion, im Seegebiet zur Verfügung stellen,
  • Dauerliegeplätze für örtliche Fischer einrichten,
  • nach Schaffung eines Ersatzhafens den Nothafen „Darßer Ort“ schließen, um eine natürliche Entwicklung am Darßer Ort zu ermöglichen und somit dem Schutzzweck des Nationalparks, dem Biotopschutz und den europäischen naturschutzrechtlichen Verpflichtungen gerecht zu werden (z.B. Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes für den prioritären Lebensraumtyp „Lagune“)

Der kleine Inselhafen soll so angelegt werden, dass möglichst geringe Auswirkungen auf die natürlichen Sedimenttransportverhältnisse entstehen. Dadurch sollen Folgekosten für Baggerarbeiten oder Maßnahmen zum Ausgleich von Sedimentdefiziten vermieden werden. Technisch soll dies durch Verzicht auf Bauwerke im Bereich von Vorstrand und Strand (Inselhafen) sowie die Einhaltung eines Mindestabstandes von der Uferlinie in Abhängigkeit von der uferparallelen Ausdehnung des Hafens gewährleistet werden.

Der geplante Hafen kann aufgrund der begrenzten Anzahl von Liegeplätzen nicht als Etappenhafen zur Schließung der Lücke im Netz der Sportboothäfen dienen. In Abstimmung mit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger soll der Hafen an mind. 350 Tagen im Jahr als Einsatzstation für den Seenotrettungskreuzer nutzbar sein. Bei Eintritt von seltenen Ereignissen, d.h. hohen Wasserständen und extremem Seegang, kann der Seenotrettungskreuzer an einen anderen Stationierungsort verlegt werden.

In die Planungen des Landes (Ersatzhafen und landseitige Anbindung) können zusätzliche Vorhaben der Gemeinde Ostseebad Prerow integriert werden, die der Verbesserung der örtlichen touristischen Infrastruktur dienen. Voraussetzung ist, dass diese Vorhaben in direktem Zusammenhang mit dem Inselhafen oder der landseitigen Anbindung stehen und zielführend in einem gemeinsamen Planungs-/Genehmigungs- und Bauprozess realisiert werden können. Durch die Integration von Vorhaben der Gemeinde - z.B. eines Liegeplatzes für ein Fahrgastschiff - können Synergien im Planungs-/Genehmigungsprozess genutzt werden und Kosten eingespart werden.